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Geschlechterfriedhof Lunden




Kirche Lunden mit Geschlechterfriedhof
© Rüdiger Urbahns

Beschreibung

Ein Friedhof als Vermächtnis des dithmarscher Bauernstaats

Die sich auf einem Hügel erhebende St. Laurentius-Kirche und der angrenzende Geschlechterfriedhof sind das eindrucksvollste Zeugnis des freien dithmarscher Bauernstaats aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Von Linden und Kastanien sowie einem unregelmäßigen Wegnetz gesäumt, bewahrt der Geschlechterfriedhof viele historische Grabstätten. Tonnenförmige Grabkeller, von denen manche bis zu 20 m² groß sind, und 66 Grabplatten bzw. Stelen (zum Teil aus wertvollem Wesersandstein) sind Ruhestätten alter Familienverbände. Aufwendige Verzierungen mit Wappen, Schriftbändern und religiösen Zeichen sowie die Größe mancher Grabmale zeigen das Selbstverständnis und den Anspruch der freiheitsliebenden Bauerngeschlechter. Das bedeutendste Grabmal ist das des Peter Swyn , der sich entscheidend für die Veränderung der Rechtsordnung Dithmarschens (z.B. Abschaffung der Blutrache) einsetzte und für seinen Einsatz umgebracht wurde. So erwartet Besucher hier nicht nur ein schöner, sondern vor allem ein für Schleswig-Holstein überaus geschichtsträchtiger Friedhof.

Lage

Lunden ist ein Dorf in Schleswig-Holstein 15 Kilometer nördlich von Heide und liegt im Landesteil Dithmarschen. Inmitten des Dorfes erstreckt sich, rund um die im 12. Jahrhundert erbaute St. Laurentius-Kirche, der Geschlechterfriedhof.

Geschichte

Der Landesteil Dithmarschen nimmt in der Geschichte Schleswig-Holsteins eine Sonderstellung ein. Die Region an der Westküste stand zwischen 1447 und 1559 nämlich nicht unter fürstlicher oder königlicher Herrschaft, sondern bildete sich als eine freie Bauernrepublik heraus. Bis 1559 gelang es den stolzen Bauern, sich gegen die anderen weltlichen aber auch geistlichen Kräfte zu wehren. In dieser Zeit bildeten sich die für die Dithmarschen typischen Familienverbände heraus. Namen wie Vorgiselmannen oder Russebolingmannen waren dabei weit verbreitet. Die verschiedenen Familien entwickelten sich nach und nach zu Geschlechtergemeinschaften mit engem Zusammenhalt. Mit dieser Entwicklung ging auch der Bau des Geschlechterfriedhofs einher. Die stolzen Bauern wollten selbstverständlich auch eine angemessene Ruhestätte für ihre Verstorbenen. Bis heute wurde der Friedhof zweimal restauriert, einmal 1937/38, einmal 2003.

Fotogalerie

Kirche Lunden mit Geschlechterfriedhof
© Rüdiger Urbahns
Der "Sühnestein" für Peter Swyn, der 1537 ermordet wurde
© Jens Rusch
 


Adresse:
Wilhelmstraße
25774 Lunden
Bundesland: Schleswig-Holstein

Öffnungszeiten:
7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit

Literatur- und Internetquellen zum Weiterlesen:
  • Bund Heimat und Umwelt (BHU) (Hg.) (2007): "Historische Friedhöfe in Deutschland". Bonn. S. 188-189.




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