Stadtgottesacker Halle an der Saale
Arkaden an der Nordseite
© Bettenburg
Beschreibung
Stadtfriedhof mit beeindruckender Arkadenanlage
Der Stadtgottesacker in Halle (Saale), der sogenannte
Campo Santo 
, ist ein herausragendes Kunstwerk der
Renaissance 
. Wichtigstes Merkmal ist die
Arkadenanlage 
, die den Friedhof ringsherum umgibt. Halles Campo Santo ist zwar nicht der einzige Renaissancefriedhof Europas, der nach dem Vorbild des alten Begräbnisplatzes in Pisa angelegt worden ist, aber er ist einer der bedeutendsten. Dies ist vor allem mit seiner architektonischen Geschlossenheit und den einmaligen Verzierungen an Rundbögen, Gruften sowie Säulen der umlaufenden Arkaden zu begründen. Die Künstler und Bauhandwerker, die hier beauftragt wurden, vermochten es, der Individualität der in den Gruften begrabenen Hallenser auch im Tode Ausdruck zu verleihen und schufen so ein einzigartiges Gesamtwerk. Dass der Friedhof erhalten und zu besichtigen ist, ist der Initiative der Hallschen Bürger zu verdanken.
Lage
Der Stadtgottesacker liegt im Stadtpark Halle, nahe des städtischen Zentrums, er ist im Süden sowie im Westen von Häusern und Straßen umgeben.
Geschichte
Im 16. Jahrhundert begann man in Halle die Toten außerhalb der Stadtmauern zu begraben, so dass Landesherr
Kardinal Albrecht 
1529 den Auftrag gab, die alten innerstädtischen Friedhöfe aufzulösen. Für einen neuen Gottesacker wählte man den Martinsberg, der sich damals noch vor der Stadt befand. Die schon seit 1350 für Massenbestattungen dienende Fläche wurde mit einer Mauer umgeben, an der man ab 1557 nach Entwürfen des Stadtbaumeisters und Steinmetzes
Nickel Hoffmann 
94
Schwibbögen 
errichtete, die nach innen geöffnete Arkaden bildeten. In den Arkaden befanden sich seit der Fertigstellung Grüfte mit kunstvoll geschmiedeten Eisen- oder Holzgittern, die allerdings, um den gestiegenen hygienischen Ansprüchen im 19. Jahrhundert gerecht zu werden, 1862 mit Erde aufgefüllt wurden. Nachdem 1945 bei Luftangriffen 31 Grabbögen und der Torturm zerstört oder schwer beschädigt wurden, kam es bis 1990 trotz Engagement von Bürgerinitiativen zum weiteren Verfall der Gesamtanlage. Erst ab 1991 begann die Restaurierung, weil umfangreiche Mittel von Dr. Marianne Witte die Errichtung der Stiftung Stadtgottesacker Halle und somit den Erhalt des Friedhofs ermöglichten.
Fotogalerie
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Arkaden an der Nordseite |
© Bettenburg |
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Rundbogen mit typischem Gitter |
© Andreas Praefcke |
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Reichgeschmücktes Epitaph des Gottfried Olearius an einem Rundbogen |
© Polarlys |
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Adresse:
Gottesackerstraße
06108 Halle (Saale)
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Öffnungszeiten:
Januar - Februar: 08:00 bis 17:00 Uhr
März und Oktober: 08:00 bis 18:00 Uhr
April und September: 08:00 bis 19:00 Uhr
Mai - August: 08:00 bis 20:00 Uhr
November: 08:00 bis 17:00 Uhr
Dezember: 08:00 bis 16:30 Uhr
Literatur- und Internetquellen zum Weiterlesen:
- Bund Heimat und Umwelt (BHU) (Hg.) (2007): "Historische Friedhöfe in Deutschland". Bonn. S. 173-174.