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Friedhof der Herrnhuter Brüdergemeine




Blick auf die Grabreihen des Friedhofs
© Robert Knothe

Beschreibung

Schlichtheit als Ausdruck der Gleichheit vor Gott

Der Gottesacker ist der Begräbnisort der Verstorbenen, die zur Herrnhuter Brüdergemeine gehören. Die barocke Parkanlage fällt dabei besonders durch ihre Schlichtheit auf. Das rechteckig angelegte Areal ist in kleine Quadrate aufgeteilt und mit Hecken und Linden bepflanzt. Vom höher gelegenen Altan kann man diese Struktur der Anlage sehr gut überblicken und die Grabsteine aus Sandstein, die alle flach auf dem Boden liegen und nicht verziert sind, erkennen. Sowohl Brüder als auch Schwestern der Gemeinde liegen in Grabreihen über den Friedhof verteilt, wobei die Frauen auf dem rechten Friedhofsteil, die Männer auf dem linken Friedhofsteil begraben liegen. Familiengräber gibt es nicht. Die insgesamt sehr schlichte Gestaltung ist Ausdruck der religiösen Überzeugen der Brüdergemeine, d.h. der Gleichheit vor Gott im Tode.

Lage

Der Herrnhuter Gottesacker liegt am Fuße des Hutberges im Nordosten von Herrnhut, außerhalb der Bebauung.

Geschichte

Die Herrnhuter Brüdergemeine ist eine aus der böhmischen Reformation herkommende überkonfessionell-christliche Glaubensbewegung, die durch den Protestantismus und den späteren Pietismus geprägt wurde und 1730 nahe der Stadt Herrnhut den Gottesacker als Begräbnisplatz anlegte. Nachdem die ersten Gräber allerdings nur vorläufig eingezäunt waren, legte man 1731 einen Erdwall mit Rasenbänken um den noch sehr kleinen Begräbnisplatz an. Erste Erweiterungen wurden schon 1738 und 1741 nötig. Die Lindenallee, die von Herrnhut auf den Gottesacker führt, legte man 1742 an, 1754 und 1755 pflanzte man zudem eine Hecke um das Gelände. In den ersten Jahren lagen nicht auf allen Gräbern Steine. 1790 wurde der angrenzende sogenannte Altan, ein Aussichtsturm mit Ausblick auf den Friedhof, gebaut. Als 1936 eine Umgehungsstraße zwischen dem Ort und dem Hutberg angelegt werden sollte, wehrte sich die Gemeinde erfolgreich gegen das Vorhaben, da der Gottesacker in diesem Falle von der Gemeinde abgeschnitten worden wäre. 2003 bildete sich der Gottesackerverein zum Erhalt der Anlage, so dass noch heute Begräbnisse auf dem Gottesacker stattfinden können.

Fotogalerie

Blick auf die Grabreihen des Friedhofs
© Robert Knothe
Luftbild des Gottesackers
© Evangelische Brüdergemeine Herrnhut
Winterlicher Blick auf den Altan
© Evangelische Brüdergemeine Herrnhut


Adresse:
Berthelsdorfer Allee
02747 Herrnhut
Bundesland: Sachsen

Öffnungszeiten:
keine Öffnungszeiten angegeben

Literatur- und Internetquellen zum Weiterlesen:
  • Bund Heimat und Umwelt (BHU) (Hg.) (2007): "Historische Friedhöfe in Deutschland". Bonn. S. 161-162




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