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Kirchhof St. Johann, Lemgo




Blick auf Gräber vor dem Glockenturm
© Eva Adamek

Beschreibung

Historischer Ruheort im geschäftigen Lemgo

Der historisch gewachsene Kirchhof St. Johann liegt inmitten der Stadt Lemgo und bildet, umkreist von Verkehr, einen Ort der Ruhe. Eine brusthohe Bruchsteinmauer umgibt das von hohen Bäumen geprägte Areal, wobei ein alter Glockenturm, Überbleibsel der spätromanischen St. Johannis-Kirche, das Bild abrundet. Alte Grabsteine, oft aus Sandstein, zeugen von den konfessionellen Konflikten Lemgos und sind Zeugnisse der städtischen sowie ländlichen Bevölkerung des historischen Lemgo. 210 Grabsteine erinnern an die selbstbewussten „Bauerngeschlechter“, normale Bürger oder Angehörige des Kirchhofs. 121 Grabsteine stammen dabei aus dem Barock, mit für diese Zeit typischen Verzierungen und Beschriftungen. Außerdem sind 67 Gräber aus dem 19. Jahrhundert zu entdecken , so dass ein insgesamt äußerst vielfältiger Friedhof zu Entdeckungen einlädt.

Lage

Im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe liegt die Stadt Lemgo, in deren Zentrum sich der Kirchhof St. Johann, umkreist von lärmenden Autoverkehr, erstreckt.

Geschichte

Der Kirchplatz mit Friedhof gehört zu den frühen Missionsplätzen, die von Karl dem Großen im Rahmen der Christianisierung zwischen 772 und 804 angelegt wurden. Für die Lemgoer Umgebung gewann die Kirche schnell an Bedeutung, so dass auch Adelige den Kirchhof förderten. Weil allerdings seit dem 17. Jahrhundert Adelige aus Angst vor Epidemien ihre Höfe auf dem Lande bezogen und der Stadt den Rücken kehrten, verlor der Kirchhof an finanziellen Mitteln und Nutzung. Auch aufgrund konfessioneller Konflikte zwischen der Land- und Stadtgemeinde Lemgo wurde die St. Johannis-Kirche im 30jährigen Krieg zerstört und wegen der begrenzten Mittel nur teilweise wieder erneuert. Einzig der Glockenturm, der auch heute noch zu sehen ist, wurde wieder aufgebaut. Die Gemeinde zog daraufhin in eine leerstehende innerstädtische Kirche. Bis 1889 wurden deswegen hauptsächlich Beerdigungen auf dem Kirchhof vorgenommen, bis in jenem Jahr der Friedhof von Amts wegen geschlossen wurde. Der eintretende Verfall sollte erst später durch Denkmal- und Naturschutzgesetze im Kreis Lippe gehemmt und letztendlich durch das Denkmalschutzgesetz des Landes Nordrhein-Westfalens von 1980 gänzlich gestoppt werden. Heute wird durch Sponsoren eine behutsame Restaurierung des Kirchhofs durchgeführt.

Fotogalerie

Blick auf Gräber vor dem Glockenturm
© Eva Adamek
Der Glockenturm
© Eva Adamek
Putten hüten die barocken Grabinschriften
© Eva Adamek


Adresse:
Herforder Straße/ Steinweg
32657 Lemgo
Bundesland: Nordrhein-Westfalen

Öffnungszeiten:
Durchgehend geöffnet

Literatur- und Internetquellen zum Weiterlesen:
  • Bund Heimat und Umwelt (BHU) (Hg.) (2007): "Historische Friedhöfe in Deutschland". Bonn. S. 132 - 133.
  • Lippischer Heimatbund (Hg.) (2011): "Kirchhof St. Johann Lemgo". Detmold. S. 2-5.




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