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Friedhof Nesserland




Fragmente eines Grabsteins
© Bohley-Zittlau

Beschreibung

Ein zurückgelassener Seemannsfriedhof

Dafür dass Initiative auch ausbleiben kann, ist der Nesserländer Friedhof ein passendes Beispiel. Der alte Friedhof als Ort von regulären, aber auch Seemanns-Bestattungen geriet nach mehreren Sturmfluten und wegen seiner schweren Beschädigungen aus dem Blick der Bürger und verwahrloste. Auch weil der Friedhof nicht eingefriedet war und bei vielen Gräbern die Pflege ausblieb, sind heute nur noch wenige Relikte der alten Anlage zu finden. Von im Jahre 1861 gezählten 379 Gräbern sind heute noch 9 Grabplatten und -steine, größtenteils aus dem 17. Jahrhundert, erhalten. Das älteste Relikt ist ein Sarkophagdeckel aus dem 12. Jahrhundert. Dass diese einzigartige Grabstätte nicht vollends verloren gehen dürfe, ist schließlich dann auch Akteuren der Region aufgefallen, so dass ab 2009 Initiativen zur Erhaltung des Friedhofs entstanden. Ihre Bemühungen kommen zwar spät, aber nicht zu spät. Trotzdem zeigt der Seemannsfriedhof, wie wichtig frühzeitiges Engagement ist.

Lage

Der Friedhof Nesserland liegt auf der Halbinsel Nesserland im Hafen von Emden und war zwischenzeitlich nach einer Sturmflut vom Festland abgetrennt.

Geschichte

Die Geschichte des Nesserländer Friedhofs geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Als Dorf- und Seemannsfriedhof wurden neben Ansässigen z.B. auch ertrunkene oder nicht identifizierbare Seeleute begraben. Eine Kirche aus Tuffstein mit separatem Glockenturm war neben dem Friedhof vorzufinden, wurden allerdings genauso wie die Insel selbst durch Sturmfluten, wie jene im Jahre 1509 beschädigt. Nach der Sturmflut 1509 war die Insel vom Festland getrennt, weitere Landverluste folgten. 1825 war es eine weitere Sturmflut, die die Insel traf und Mensch, Vieh und Gebäuden erheblichen Schaden zufügte. Der Glockenturm sowie die Kirche wurden zerstört, lediglich einige Grabsteine überstanden die Flut. Obwohl die Insel 1873-1875 mit dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Polders an das Festland angeschlossen wurde, geriet der Friedhof mehr und mehr in Vergessenheit. 1884 beschloss der Magistrat von Emden die Schließung des Friedhofs, die allerdings aufgrund der ungeklärten Rechtslage bis heute nicht durchgeführt wurde. Nachdem sich Jahrzehnte lang niemand um den Friedhof kümmerte, befand er sich bis vor kurzem in einem äußerst schlechten Zustand. 2009 und 2012 wurden allerdings Maßnahmen zur Erhaltung des Friedhofs eingeleitet.

Fotogalerie

Fragmente eines Grabsteins
© Bohley-Zittlau
Die Natur holt sich den Friedhof zurück...
© Schomann
 


Adresse:
Nesserlander Straße
Landlust
26723 Emden
Bundesland: Niedersachsen

Öffnungszeiten:
Durchgehend geöffnet

Literatur- und Internetquellen zum Weiterlesen:
  • Bund Heimat und Umwelt (BHU) (Hg.) (2007): "Historische Friedhöfe in Deutschland". Bonn. S. 113 - 114.




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