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Russischer Friedhof am Neroberg




Blick auf die kleine Kapelle mit Sternenkuppel
© Merrie

Beschreibung

Erster russisch-orthodoxer Friedhofs Deutschlands

Der nach dem Vier-Felder-Typus und kreuzförmig angelegte Friedhof, dessen Kreuzarme durch Viertelkreise miteinander verbunden sind, liegt inmitten eines lichten Waldes und ist von einer Mauer eingefasst. Dabei führt der Mittelweg des Kreuzes bergauf und endet bei der 1861 von Hoffmann erbauten Kapelle, einem fast märchenhaft wirkenden Werk neuromanisch-byzantinischer Baukunst. Historische Grabmale mit den für Russland typischen Doppelkreuzen und anderen beeindruckenden Verzierungen spiegeln die Glaubenswelt der Ostkirche wieder und sind Zeugnis der russischen Kultur in Deutschland. Nicht zu vergessen ist auch das gepflegte Grün und vor allem der fantastische Ausblick über Wiesbaden. Der Friedhof war der erste seiner Art in Deutschland und somit, auch wegen seiner Entstehungsgeschichte, Inbegriff der deutsch-russischen Beziehungen im Zeitalter des Imperialismus.

Lage

Der russisch-orthodoxe Friedhof liegt im Norden Wiesbadens in einem Waldabschnitt des Nerobergs. Dort ist er, eingefasst von einer Mauer, in den Wald eingebettet.

Geschichte

Die Entstehung und der Bau des russischen Friedhofs in Wiesbaden gehen auf eine Initiative Vorschlag von Großfürstin Charlotte von Württemberg (nach Heirat mit Michael Pawlowitsch auch Elena Pawlowna genannt) Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Nach dem frühen Tod ihrer Tochter Elisabeth Michailowna Romanowa wurde eine russisch-orthodoxe Grabkirche für diese gebaut. Da zu diesem Zeitpunkt bereits eine große Anzahl russischstämmiger Bürger in Wiesbaden wohnten und es keinen orthodoxen Friedhof gab, wurde ein solcher in der Nähe der Kirche in Betracht gezogen. Nachdem der damalige Regent Herzog Adolph I. von Nassau ein in unmittelbarer Nähe zur Kirche gelegenes Waldstück zum Bau des Friedhofs zur Verfügung stellte, wurde 1856 der Oberbaurat von Wiesbaden, Philipp Hoffmann , mit der Planung beauftragt. Hoffmann entwarf daraufhin eine Friedhofsanlage in Form eines griechischen Kreuzes, die ringsum mit einer Mauer eingefasst wurde. Daraufhin ging der Friedhof im Jahre 1864 an die russische Gemeinde in Wiesbaden über und wurde seit 1866 mehrere Male erweitert, zuletzt im Jahre 1977. Noch heute wird der Friedhof von der russischen Gemeinde Wiesbadens genutzt.

Fotogalerie

Blick auf die kleine Kapelle mit Sternenkuppel
© Merrie
Gruft und Gräber des Friedhofs - typisch die orthodoxen Kreuze mit Schrägbalken
© Merrie
Dicht umwuchern Farn und andere Gewächse die Gräber
© Merrie


Adresse:
Christian-Spielmann-Weg 2
65193 Wiesbaden
Bundesland: Hessen

Öffnungszeiten:
Keine Öffnungszeiten angegeben

Literatur- und Internetquellen zum Weiterlesen:
  • Bund Heimat und Umwelt (BHU) (Hg.) (2007): "Historische Friedhöfe in Deutschland". Bonn. S. 93-94.




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