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Jüdischer Friedhof in der Schönhauser Allee, Berlin




Blick ins Lapidarium
© Franz Richter

Beschreibung

Ein Meilenstein der jüdischen Gesellschaft in Deutschland

Das Dreieck zwischen Schönhauser Allee, Kollwitz- und Knaackstraße birgt unter Efeu, Ahorn, Linden und Kastanien beinahe 25.000 jüdische Gräber und ist damit ein lebendiges Geschichtsbuch über jüdisches Leben und Kultur in Berlin. Viele Bäume und einzigartige Grabstätten der jüdischen Gemeinde widerstanden den Bombenangriffen und bieten dem Besucher bis heute einen denkwürdigen Anblick. Besonders interessant ist dabei das 2005 erbaute Lapdarium , welches den im Zweiten Weltkrieg beschädigten oder unkenntlichen Gräbern und somit den dazugehörigen Toten eine neue und würdige Ruhestätte gibt. Dies ist von besonderer Bedeutung, da die Totenruhe im jüdischen Glauben ewig währen soll.

Der Friedhof ist Zeichen der lebendigen jüdischen Kultur in Deutschland, nicht nur weil er die Bombardements im Zweiten Weltkrieg überstand, sondern auch, weil seine Sanierung zeigt, dass verantwortungsvoll mit dem Natur- und Kulturerbe der jüdischen Gemeinschaft umgegangen wird.

Lage

Der Jüdische Friedhof auf der Schönhäuser Allee liegt im Stadtteil Prenzlauer Berg umgeben von städtischer Bebauung. Eine U-Bahn Linie fährt entlang des Friedhofs; Restaurants und Dienstleister aller Art grenzen an das Gelände.

Geschichte

Seit der Zeit der Aufklärung gab es von Seiten der preußischen Regierung, etwa Mitte des 18. Jahrhunderts, Bestrebungen, die alten innerstädtischen Begräbnisplätze zu schließen und neue Friedhöfe vor den Mauern der Stadt anlegen zu lassen. Der seit 1672 bestehende Friedhof der Jüdischen Gemeinde an der Großen Hamburger Straße war schon im Laufe des 18. Jahrhunderts für die prosperierende Gemeinde zu klein geworden und die Notwendigkeit der Einrichtung eines neuen Begräbnisplatzes wurde erkannt. Finanzielle Erwägungen und eine geringe Neigung der Gemeindemitglieder, sich und ihre Toten einem weit außerhalb der Stadt gelegenen Ort anzuvertrauen, verzögerten jedoch die Umsetzung. 1817 erging von der Regierung eine entsprechende Forderung an die Friedhofsträger aller Konfessionen, neue Begräbnisplätze nur vor den Toren der Stadt anzulegen. Die Jüdische Gemeinde erwarb dann vor dem Schönhauser Tor ein etwa 5 Hektar großes Grundstück und beauftragte den Berliner Stadtbaurat Friedrich Wilhelm Langhans mit der Planung des neuen Friedhofs. 1824-27 wurde auf dem etwa dreieckigen Grundstück eine Anlage mit Erbbegräbnisplätzen an den Mauern und einer strengen Innengliederung mit von Wegen erschlossenen Bestattungsfeldern unterschiedlicher Größe erbaut. Die Schließung des Friedhofs erfolgte 1880 zugleich mit der Eröffnung des neuen großen Friedhofs in Weißensee. An der Schönhauser Allee fanden Nachbeisetzungen und Neuanlagen von Erbbegräbnissen jedoch bis in die 1920er Jahre, vereinzelt sogar bis 1974, statt. Im Zweiten Weltkrieg wurden bei Bombenangriffen große Teile des Friedhofs zerstört, worauf erst im späten 20. Jahrhundert mit Sanierungen reagiert wurde. Beispiel für die Erneuerung des Friedhofs ist das 2005 entstandene Lapdarium .

Fotogalerie

Blick ins Lapidarium
© Franz Richter
Grab der Familie Loewe in der auffälligen Pyramidenform
© Manfred Brückels
Das prachtvolle Grab der Familie Manheimer
© Franz Richter


Adresse:
Jüdischer Friedhof
Schönhauser Allee 22
10435 Berlin
Bundesland: Berlin

Öffnungszeiten:
Montag-Donnerstag: 8:00 - 16:00 Uhr
Freitag: 7:30 - 13:00 Uhr
Schabbat (Samstag), Sonntage und jüdische Feiertage geschlossen

Literatur- und Internetquellen zum Weiterlesen:




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