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Alter südlicher Friedhof München




Eine offene Torhalle als Übergang zwischen beiden Friedhofserweiterungen
© Usien

Beschreibung

Ein königlicher Friedhof im Süden Münchens

Der etwa 10 Hektar große Friedhof dient heutzutage als Parkanlage und lockert die dichte Bebauung Münchens auf – ein willkommener Park inmitten der Metropole. In der Vergangenheit war der Friedhof allerdings eine lange Zeit zentraler Bestattungsort der Stadt und ist dabei besonders ein Zeugnis des im 19. Jahrhunderts aufstrebenden München.

Weil alle Toten der Stadt auf dem Friedhof begraben wurden, rückte die Anlage ins Interesse der Stadt- und Gartenplaner. Auch König Ludwig I. von Bayern schaltete sich in diesem Zusammenhang ein und ließ seinen Architekten Friedrich von Gärtner 1818 den Friedhof um einen Teil erweitern, dessen Grundriss an einen antiken Sarkophag angelehnt ist.

Im Jahre 1841 entstand der für diesen Friedhof besondere Campo Santo , ein hofartiger Friedhofsteil mit nach innen geöffneten Bogengängen. In diesem reich geschmückten Bereich fanden viele Münchener Persönlichkeiten aus der damaligen Blütezeit der Stadt ihre letzte Ruhestätte. Aber auch im restlichen Friedhof finden sich viele künstlerisch hochwertige Gräber und Bauten. Der Friedhof ist so Ausdruck des unter königlichen München des 19. Jahrhunderts und bietet Einblicke in die künstlerische Friedhofsgestaltung jener Zeit.

Lage

Der Alte Südliche Friedhof München liegt südlich des Zentrums von München und ist von einer dichten Häuserbebauung umgeben. Nicht weit entfernt liegen nördlich das Uniklinikum München und südlich die Isar.

Geschichte

Der außerstädtische "Gottesacker vor dem Sendlingertor", heute bekannt als Alter Südlicher Friedhof, war nach seiner Vergangenheit als Pestfriedhof im 16. Jahrhundert erst ab 1788 von größerer Bedeutung. Zum zentralen Bestattungsort Münchens bestimmt, wurde der Friedhof zur Grabstätte vieler Münchener Bürger. Infolgedessen waren Erweiterungen des Friedhofs nötig, welche 1818 und 1841 folgten. Dabei hat die Erweiterung von 1841, als von Ludwig I. forciertes und somit zeitgeschichtlich relevantes Projekt eine besondere Bedeutung. Nachdem um 1900 die von Hans Grässel entworfenen "großen dezentralen Friedhöfe" eingerichtet worden, verlor der "Gottesacker" allerdings an Bedeutung und wurde zum 1. Januar 1944 aufgelassen.

Zerstörungen an Grabmälern und Architektur nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von Hans Döllgast in vereinfachter Form instand gesetzt.

Fotogalerie

Eine offene Torhalle als Übergang zwischen beiden Friedhofserweiterungen
© Usien
Seitengang des Campo Santo
© Isolde Ohlbaum
 


Adresse:
Thalkirchener Straße 17
80337 München
Bundesland: Bayern

Öffnungszeiten:
Sommer: 07:00 bis 20:30 Uhr
Winter: 07:00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit


Literatur- und Internetquellen zum Weiterlesen:
  • Bund Heimat und Umwelt (BHU) (Hg.) (2007): "Historische Friedhöfe in Deutschland". Bonn. S. 38-39




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