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Illenauer Friedhof



© Stadtarchiv Achern

Beschreibung

Der Anstaltsfriedhof im Walde

Was für eine Belegung! Viele Patienten und Beschäftigte der ehemaligen Großherzoglich Badischen Heil- und Pflegeanstalt Illenau liegen auf dem 1858 eingeweihten Illenauer Friedhof begraben - oft auch deren Angehörige. Der von einem Zaun umgebene Friedhof befindet sich nahe der Anstalt und kontrastiert zu dem umgebenden Wald durch seine seltenen, teils exotischen Bäume. Den Eingang schmückt ein kunstvoll geschmiedetes Eisentor, hinter dem, halb von Bäumen verdeckt, eine mächtige Christus-Statue steht. Die Gräber auf dem Waldfriedhof unterscheiden sich in Größe und Ausstattung:- es ist zu Lebzeiten nicht anders als im Tode: Die reichen Patienten der ersten Klasse haben prachtvolle Gräber mit Skulpturen, während die hier bestatteten Mittellosen einfache Holzkreuze erhielten. Die Gesellschaft ist jedenfalls vollständig: einfache Arbeiter liegen neben Adligen, Ärzte neben Hofschauspielern, Pfleger neben Offizieren. Viele Patienten, die auf dem Illenauer Friedhof ihre letzte Ruhe fanden, hinterließen der Anstalt einen Teil ihres Vermögens für die Grabpflege. Hieraus entstand die Friedhofsstiftung, die es ermöglichte, den Friedhof ständig zu pflegen und zu erweitern.

Lage

Der Illenauer Friedhof befindet sich am Ortsausgang von Achern in Richtung Sasbachwalden im Naherholungsgebiet Illenauer Wald/Eiskellerwald.

Geschichte

Christian Friedrich Wilhelm Roller , der erste Direktor der 1842 gegründeten Heil- und Pflegeanstalt Illenau, wollte einen eigenen Friedhof für verstorbene Patienten, Beschäftigte und deren Angehörige. Der städtische Friedhof war damals verwahrlost und zu weit entfernt. Roller schuf mit diesem Friedhof eine „gärtnerische Kunstanlage“, orientiert an den englischen Landschaftsparks mit ihren gewundenen Wegen. Die Vielfalt der zum Teil exotischen Bäume und Sträucher lädt zum Verweilen ein. Der Illenauer Friedhof wird als Ort der Ruhe, des Friedens und der Stille empfunden – zu Zeiten der Heil- und Pflegeanstalt, die bis 1940 ununterbrochen in Betrieb war und dann von den nationalsozialistischen Machthabern im Rahmen der Aktion T4 aufgelöst wurde, wie heute. Gerade die fast vollständig erhaltenen Grabmäler aus der Zeit zwischen 1858 und 1940 mit Beispielen verschiedener Stilrichtungen einschließlich Jugendstil und Art déco machen den Friedhof zu einem Kulturdenkmal. 1971 wurde der Friedhof unter Denkmalschutz gestellt und 1973 Teil des Naherholungsgebietes „Illenauer Wald“ mit einem Waldlehrpfad. In der nahegelegenen Illenau finden sich im neu eröffneten Illenau Arkaden Museum mit Bistro weitere Informationen zum Friedhof und zur Illenau (von 1842 bis heute).

Fotogalerie

© Stadtarchiv Achern
Grabstein als Baum
© Stadtarchiv Achern
Grab als Holzstamm
© Stadtarchiv Achern
Eingangstor des Friedhofs
© Petra Martin
Dicht an dicht stehen die Grabdenkmäler entlang der Wege
© Petra Martin
Grabkreuz mit Engel
© Petra Martin


Adresse:
Hornisgrindestraße 40
77855 Achern
Bundesland: Baden-Württemberg

Öffnungszeiten:
8.30 Uhr - 17.00 Uhr (Winter)
8.30 Uhr - 20.00 Uhr (Sommer)

Literatur- und Internetquellen zum Weiterlesen:




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